Landschaft/Natur, Urlaub/Reisen

Rigi – Königin der Berge

Von Ende Dezember 2017 bis Ende März 2018 hatte ich das große Glück, für 3 Monate in der Schweiz leben und arbeiten zu können.

Ich bin ein erklärter Alpenfan, und immer wieder hat dieses Bergmassiv im Herzen unseres schönen Europas eine ganz besondere Wirkung auf mich: im Angesicht der Berge fühle ich mich selbst sehr klein, sehr unbedeutend, eine unter vielen eben. Aber gleichzeitig fühle ich mich, als müsste mein Brustkorb beim Anblick solcher Schönheit zerspringen. Ich liebe die Berge, das kann ich ganz uneingeschränkt so sagen.

Ich betreibe auch sehr gerne Wintersport, weswegen die meisten Fotos während dieser Zeit tatsächlich leider „nur“ mit dem Handy entstanden sind. Ich habe nämlich recht große Angst vor Skistürzen – nicht, weil ich mir etwas verletzen könnte, sondern, weil mir das Heil meiner Kamera so am Herzen liegt. 😉

Allerdings gab es auch eine besondere Wandertour auf der Rigi bei Luzern, welche mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Es ging damit los, dass wir mit der Gondel bei Rigi-Kaltbad auf den Berg hinaufgefahren sind. Wie so oft im Winter hing im Tal um den Vierwaldstättersee herum der Nebel, eine richtig dicke Suppe. Aber in der Gondel (und das ist mir auch beim Skifahren oft passiert, das Phänomen blieb trotzdem immer wieder faszinierend) haben wir dann die Nebeldecke „durchstoßen“ und oben auf dem Berg war dann Sonne und schönste Sicht.

Auf jeden Fall haben wir uns auf eine 7km lange Winterwanderung durch den Schnee gemacht. Angekommen an der Bergstation, von der aus wir eigentlich die Gondel wieder ins Tal und dann den Bus zum Ausgangspunkt nehmen wollten, hieß es, dass besagte Gondel aufgrund von Sturmböen leider bis auf unbestimmt Zeit nicht betrieben würde. (Das Wetter in den Bergen ändert bekanntlich schnell!) Was also machen? Erst mal Krisensitzung bei einer heißen Ovomaltine… um gemeinsam mit dem Cafébesitzer, der freundlicherweise sein Lokal nur für uns 3 verirrten Seelen aufgemacht hatte, festzustellen, dass uns nichts anderes übrig blieb als die 7km wieder zurück zu laufen. Klitzekleines Problem: Für die Hinrunde hatten wie (mit vielen Fotopausen und in gemütlichem Tempo) 3 Stunden gebraucht und es war mittlerweile 4 Uhr nachmittags. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass wir uns ganz schön sputen mussten, was über schneebedeckte Winterwanderwege gar nicht so unanstrengend war. Aber wir haben es schließlich kurz nach Einbruch der Dunkelheit wieder an die Bergstation geschafft und konnte mit einer der letzten Fahrten wieder ins Tal gelangen. Uns war zwischenzeitlich recht mulmig bei der Sache, aber hin und wieder sind uns andere Wanderer – wenn auch nur noch sehr wenige – begegnet, und im Endeffekt ist ja alles noch einmal gut gegangen.

Außerdem entschädigt der atemberaubende Anblick von der Rigi hinunter auf den nebelbedeckten Vierwaldstättersee doch für sehr vieles!